Übersicht der Institute und An-Institute

Institut für Biowissenschaften

Das Institut für Biowissenschaften vereint in seiner heutigen Form 4 Lehr- und Forschungsschwerpunkte, die Aquatische Ökologie, die Funktionelle Pflanzenbiologie und die Zelluläre Biosystemtechnik. Mit dem Bezug der neuen Gebäude in der Rostocker Südstadt entstanden vor allem für die experimentellen Forschungsrichtungen exzellente Bedingungen, die eine zeitgemäße Ausbildung und Forschung auf hohem Niveau ermöglichen. Das Institut verfügt gegenwärtig über 13 Professuren, welche die gesamte Breite der biologischen Wissenschaften abdecken und eine Professur für Fachdidaktik in der Biologie, mit der eine qualitativ hochwertige Lehrerausbildung garantiert wird.

Daneben sind eine Reihe von zentralen Einrichtungen zur Lehrstuhl-übergreifenden Unterstützung bei Lehre und Forschung vorhanden. Dazu gehören u.a. der Botanische Garten, der gegenwärtig mit neuen Gewächshäusern ausgerüstet wird, die wertvolle Zoologische Sammlung, deren Ursprünge bis 1775 zurückreichen, ein umfangreiches Herbar, eine Biologische Feldstation in Zingst, 3 Forschungsschiffe, die speziell an die Anforderungen der Küstenforschung angepasst wurden und ein Lichtmikroskopiezentrum. Es bestehen enge Kooperationen mit An-Instituten und anderen forschungsorientierten Einrichtungen der Region (z.B. Leibniz-Institut für Ostseeforschung, FBN Dummerstorf etc.), welche die Palette der Vertiefungsmöglichkeiten ergänzen und ohne deren Hilfe viele Forschungsansätze nicht verfolgt werden könnten.

Mit diesem Potential wird gegenwärtig die gesamte Palette der Biologie-Lehramtsstudiengänge und ein Diplomstudiengang Biologie mit mehreren Vertiefungsmöglichkeiten abgedeckt. Für 2007 ist die Einführung eines BSc-Studienganges „Biowissenschaften“ sowie, darauf aufbauend, die Einführung von 4 MSc-Studiengängen (Marine Ökologie, Biosystemtechnik, Pflanzenwissenschaften & Molekulare Biotechnologie sowie Biodiversitätsforschung) vorgesehen. Als Studiengang mit Zugangsbeschränkung werden seit dem Jahr 2000 für die Biologiestudiengänge jährlich ca. 100 Studenten immatrikuliert, im gleichen Zeitraum konnten bis Beginn 2006 über 100 Absolventen zur Promotion geführt werden.

Institut für Chemie

An der Universität Rostock hat die Chemie eine lange Tradition. Hier wirkten so hervorragende Wissenschaftler wie Franz Schulze, August Michaelis und Paul Walden. Auch heute stellen sich alle Angehörigen des Instituts für Chemie mit ganzer Kraft ihren Aufgaben in Forschung und Lehre. Durch die Eröffnung des neuen Laborgebäudes im Jahre 2001 und des neuen Hörsaalgebäudes im Jahre 2002 stehen Lehrenden und Lernenden hervorragende Arbeitsmöglichkeiten mit gut ausgestatteten Forschungs- und Praktikumsräumen sowie modernster Technik zur Verfügung.  

Das hat bereits zu einem deutlichen Anstieg der Studierendenzahlen geführt. Dennoch ist das Verhältnis zwischen Lehrenden und Lernenden sowohl personell als auch persönlich nach wie vor gut. Durch eine intensive Betreuung und eine straffe Organisation gehört die Studiendauer im Fach Chemie bis zum  Diplom  bei hoher Qualität trotzdem zu den kürzesten in ganz Deutschland. Diese Qualität in der Ausbildung soll bei der anstehenden Umstellung auf die Bachelor- und Master-Abschlüsse beibehalten und damit den Studierenden das Rüstzeug für ein europaweites Arbeiten mit auf den Weg gegeben werden.

Die Forschung am Institut für Chemie widmet sich so zukunftsträchtigen Themen wie Neue Materialien, Katalyse, Umwelt- und Meereschemie und Analytik, biologisch relevanten Stoffen und der Entwicklung von neuen experimentellen Unterrichtskonzeptionen. Diese Bereiche können nur interdisziplinär erfolgreich bearbeitet werden. Deshalb kooperiert das Institut für Chemie nicht nur mit den Instituten für Physik, Biowissenschaften, Mathematik und Ingenieurwissenschaften, sondern auch mit dem ortsansässigen renommierten Leibniz-Institut für Katalyseforschung und dem Institut für Ostseeforschung in Warnemünde sowie einer Reihe weiterer Hochschulen und zahlreichen Unternehmen aus der Chemischen Industrie. Durch diese Zusammenarbeit werden auch die Studierenden bereits frühzeitig mit in die Forschungstätigkeit einbezogen und erhalten Gelegenheit, im Rahmen ihres Hauptstudiums Schwerpunkte zu setzen und möglicherweise schon Kontakte mit potentiellen zukünftigen Arbeitgebern aufzunehmen.

Institut für Mathematik

Am Institut für Mathematik wird seit vielen Jahren sowohl Grundlagenforschung auf den Gebieten Algebra und Geometrie, Analysis, Numerik, Diskrete Mathematik und Stochastik betrieben als auch anwendungsorientierte Forschung, die modernen Entwicklungen in der Mathematik, Technik und Wirtschaft gerecht wird. In den vergangenen Jahren haben sich die Themenkomplexe

• analytische und numerische Behandlung partieller Differentialgleichungen

• Optimale Diskrete Strukturen

• Wahrscheinlichkeitstheorie, mathematische Statistik, Finanz- und Versicherungsmathematik

herausgebildet.

Hierbei wird die Grundlagenforschung bis hin zu konkreten Anwendungen betrieben, wobei der Einsatz moderner Rechentechnik immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die Ausbildung in den Diplom- Studiengängen Mathematik, Technomathematik und Wirtschaftsmathematik orientiert sich im Hauptstudium an diesen Forschungsthemen, während im Grundstudium die mathematischen Grundlagen bereitgestellt werden. Es ist vorgesehen, mit dem Studienjahr 2006/2007 diese Studiengänge auf das Bachelor-Master-System umzustellen. Alle Forschungsrichtungen werden sich als Schwerpunkt in der Masterausbildung wieder finden und die Wirtschaftsmathematik als eigenständiger Masterstudiengang. Der Master-Abschluss wird dem Diplom ebenbürtig sein.

Mit und neben den „Mathematikern“ werden die Kandidaten für das Lehramt Mathematik an Gymnasien, Haupt- und Realschulen, Grund- und Hauptschulen, Berufliche Schulen und für Sonderpädagogik ausgebildet. Während Gymnasiallehrer in den ersten beiden Semestern die gleiche Mathematikausbildung wie Mathematiker erfahren, erfolgt das Studium für die anderen Lehramtsstudiengänge nach gesonderten Plänen. Ziel ist auch hier eine fundierte fachliche Ausbildung zu gewährleisten, damit der Absolvent für seine verantwortungsvolle Tätigkeit an einer Schule in Mecklenburg-Vorpommern oder einem anderen Bundesland gut gerüstet ist.

Institut für Physik

Das Institut für Physik bietet den Studierenden der Universität Rostock ein breit gefächertes Lehrangebot im Fach Physik an, beginnend mit den Grundlagen der klassischen Physik über die Darstellung der modernen Physik mit Hilfe der Quantentheorie bis hin zu aktuellen Kapiteln aus der Forschung. Das Studium im Fach Physik ist modularisiert und gliedert sich in das grundlegende Bachelorstudium, das vertiefende Masterstudium und das die Promotionsphase begleitende Graduiertenstudium. Das Lehrangebot umfasst auch die Lehrerausbildung für alle Schultypen und die Nebenfachausbildung für Mediziner, Naturwissenschaftler und Ingenieure.

Auf dem Gebiet der Forschung werden vom Institut als übergreifende Schwerpunkte die Themen Optik und Laserphysik, Physik der Nanomaterialien sowie Teilchen und Felder auf hohem Niveau vertreten. Ausweis dafür sind verschiedene, von der DFG, dem BMBF, dem DAAD, der EU und anderen Drittmittelgebern geförderte koordinierte Forschungsprojekte wie etwa der Sonderforschungsbereich 652 Korrelierte Materie im Strahlungsfeld, ein Graduiertenkolleg, DFG- Schwerpunktprogramme und Virtuelle Institute der Helmholtz-Gemeinschaft für die Zusammenarbeit mit Großforschungszentren wie etwa dem DESY Hamburg. Die Leibniz-Institute zur Atmosphärenphysik in Kühlungsborn und zur Ostseeforschung in Warnemünde vertreten eigenständige Forschungsgebiete auf hohen internationalem Niveau und tragen als An-Institute der Universität die Vertiefungsrichtung Physik der Atmosphäre und der Ozeane.

Dieses von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Physik-Institute in und um Rostock getragene Netzwerk aus hochaktuellen Forschungsfeldern bietet den Studierenden, Doktoranden, Postdocs und Gastwissenschaftlern sowie den Partnern in Forschung und Industrie eine leistungsfähige Infrastruktur mit modernen Labors und Geräten wie verschiedenen Kurzpulslasern und Elektronenmikroskopen oder Anlagen zur Präparation und Charakterisierung von Nanomaterialien an. Ein leistungsfähiges Computernetz steht für anspruchsvolle numerische Rechnungen und für den Daten- und Informationsaustausch zur Verfügung.

Übersicht der An-Institute

IAP (Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik)

Das Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik befasst sich mit der experimentellen und theoretischen Erforschung der Atmosphäre vom Erdboden bis zur unteren Thermosphäre (ca. 120 km).

Wissenschaftliche Schwerpunkte der Arbeiten am IAP liegen in der Erforschung der Mesosphäre (50-100 km) in mittleren und polaren Breiten und in der Kopplung der Schichten untereinander.

Das IAP beschäftigt sich u. a. mit der Frage, wodurch die thermische und dynamische Struktur in der Mesosphäre bestimmt wird und ob es langfristige Veränderungen in der oberen Atmosphäre gibt.

Unser Verständnis der grundlegenden physikalischen Prozesse in der oberen Atmosphäre ist nach wie vor sehr lückenhaft. Dies liegt u. a. daran, dass diese Schichten experimentell sehr schwer zugängig sind und dass sich die entscheidenden physikalischen Prozesse wegen der abnehmenden Luftdichte mit zunehmender Höhe grundsätzlich verändern.

Die experimentellen Untersuchungen konzentrieren sich auf bodengebundene Fernerkundungsmethoden mit technisch sehr anspruchsvollen Lidars (laser induced detection and ranging) und Radars, sowie auf den Einsatz von Instrumenten auf Höhenforschungsraketen. Die theoretischen Arbeiten umfassen einen weiten wissenschaftlichen Bereich, wie z. B. die globale Zirkulation und thermische Struktur der Atmosphäre, die Erzeugung von Turbulenz durch brechende Schwerewellen, und die Mikrophysik bei der Bildung von Eisteilchen. Neben den Einrichtungen in Kühlungsborn verfügt das Institut über eine Außenstation in Juliusruh (Rügen) und ist maßgeblich an dem Observatorium ALOMAR in Nordnorwegen (69°N) beteiligt.

Das IAP beschäftigt ca. 70 Mitarbeiter, darunter Diplomanden und Doktoranden, die in Kooperation mit der Universität Rostock ausgebildet werden.

IOW (Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde)

Am Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) werden Küstenmeere am Beispiel der Ostsee erforscht. Im Vordergrund stehen dabei die marinen Stoff- und Energiekreisläufe und deren Veränderungen aufgrund klimatischer oder anthropogener Einflüsse. Zu diesem Zwecke arbeiten am IOW die vier Hauptdisziplinen der Ozeanographie Hand in Hand: sowohl die Physikalische Ozeanographie, die Meereschemie, Biologische Meereskunde als auch die Marine Geologie sind vertreten. Eine Arbeitsgruppe „Messtechnik“ versorgt die Ostseeforscher mit geeigneter Mess- und Probenahmetechnik.

Gemeinsam arbeiten diese vier Sektionen am IOW ein Forschungsprogramm, das sich in die Schwerpunkte  „Transport- und Transformationsprozesse“, „Marine Lebensgemeinschaften“ und „Langfristige Veränderungen“ gliedert. Im Rahmen der Querschnittsaufgabe „Küstenmeere und Gesellschaft“ widmen sich Arbeitsgruppen aus allen Sektionen der Frage, wie die Systeme auf den wachsenden Nutzungsdruck reagieren. Eine weitere Querschnittsaufgabe dient der Entwicklung von Ökosystemmodellen.

Das IOW führt im Auftrag des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) ein Überwachungsprogramm zum Schutz der Meeresumwelt der Ostsee durch und trägt auf diesem Wege in hohem Maße zu den von der Helsinki Kommission regelmäßig erstellten Berichten zum Zustand der Ostsee bei. Für das BSH betreibt das IOW ein Netz automatischer Messstationen in der Ostsee (MARNET).

LIKAT (Leibniz-Institut für Katalyse e.V.)

Basierend auf einer über 50-jährigen Erfahrung im Bereich der Katalyseforschung, konzentriert sich das Leibniz-Institut für Katalyse e.V. an der Universität Rostock heute in seiner Hauptstelle in der Rostocker Südstadt auf die Homogene Katalyse, während in der Berliner Außenstelle der Forschungsschwerpunkt auf dem Gebiet der Heterogenen Katalyse liegt.

Seit seiner Gründung im Jahre 1952 hat das Institut einige Veränderungen durchlaufen, aber das ursprüngliche Ziel besteht weiterhin: Forschung auf hohem Niveau zum gleichzeitigen Nutzen für Industrie und Gesellschaft. Um diesem Ziel gerecht zu werden, existieren intensive Kooperationen mit der chemischen Industrie.

Katalyse kann als Beschleunigung chemischer Reaktionen durch geringe Mengen an Substanzen beschrieben werden, die während der Reaktion nicht verbraucht werden. Zu diesem Zweck werden im Rostocker Institut mit großem Erfolg verschiedenste Übergangsmetallverbindungen eingesetzt. Ständig werden neue, verbesserte Katalysatoren für bereits existierende Bulk- und Feinchemikalien-Prozesse, z.B. für Polymerisationen, Hydro- formylierungen und Hydrierungen, entwickelt. Darüber hinaus werden neuartige Katalysatoren für wichtige Anwendungen beispielsweise im Umweltschutzbereich benötigt.

FBN (Leibniz-Institut für Nutztierbiologie)

Das Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) erforscht die funktionelle Biodiversität von Nutztieren im Kontext ihrer spezifischen Haltungsumwelten und leitet daraus Lösungen für eine nachhaltige Nutztierhaltung ab. 

Die Nutztierhaltung ist ein zentrales Element der Bioökonomie, der landwirtschaftlichen Produktion und für die Gestaltung ländlicher Räume.

Sie steht für die Hälfte der Wertschöpfung aus der Landwirtschaft. Nutztierhaltung ist darüber hinaus und nicht nur für die menschliche Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln, sondern auch als integraler/essentieller Bestandteil agrarischer Kreisläufe unverzichtbar.

In einer zunehmend globalisierten Welt Nutztierhaltung nachhaltig und zukunftsfähig zu gestalten, ist eine komplexe Aufgabe. Ressourceneffizienz und -schonung unter Berücksichtigung lokaler und globaler Umwelt- und Klimawirkungen stehen dabei genauso im Fokus wie das Wohlergehen und die Gesundheit der Tiere sowie die Sicherheit der aus ihnen gewonnenen Lebensmittel.

Am Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) erforschen mehr als 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in sechs disziplinären Instituten (Genetik und Biometrie, Genombiologie, Fortpflanzungsbiologie, Verhaltensphysiologie, Muskelbiologie und Wachstum, Ernährungsphysiologie) die tierseitigen Aspekte einer nachhaltigen Nutztierhaltung.

Die insgesamt 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten dabei gemeinsam in vier interdisziplinären Programmbereichen

Wir betrachten dabei das individuelle Tier als ein System, das wir mit modernen Forschungsmethoden von der molekularen über die zelluläre und physiologische Ebene bis hin zum äußeren Erscheinungsbild und dem Verhalten umfassend analysieren.

Tiere zu verstehen, heißt die komplexen Wechselwirkungen mit seiner Umwelt zu analysieren, um biologische Grundlagen, aber auch Zielkonflikte, die zwischen Fragen der Leistung und Effizienz, des Tierwohls und der Tiergesundheit sowie ökonomischen Ansprüchen der Produzenten und Erwartungen der Verbraucher bestehen, wissenschaftlich zu beleuchten.

Unser Ziel ist es, wissenschaftlich begründete Handlungsempfehlungen für eine diversifizierte, standort- und bedarfsgerechte Nutztierhaltung und die Produktion gesunder, hochwertiger Lebensmittel tierischer Herkunft abzuleiten sowie innovative Lösungen und Strategien zu entwickeln, die Haltungs- und Management-Systeme mit den physiologischen und ethologischen Bedürfnissen der Tiere in Einklang bringen.